Naikan - Innenschau
  1. Naikan-Frage: Was hat dieser Mensch für mich gemacht?
  2. Naikan-Frage: Was habe ich für diesen Menschen gemacht?
  3. Naikan-Frage: Welche Schwierigkeiten habe ich ihm verursacht?
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Woher kommt Naikan?

naikan-einführung
Die Naikan-Methode wurde von Ishin Yoshimoto (1916-1988) in Japan entwickelt und ermöglicht durch ihre Einfachheit tiefe Einsichten in unser Sein. Herr Yoshimoto war einerseits erfolgreicher Geschäftsmann und andererseits ein tief religiöser Mensch. Beide Aspekte seiner Persönlichkeit bildeten das Fundament für die Naikan-Methode.

Der spirituelle Hintergrund

Herr Yoshimoto war gläubiger Buddhist der Jodo-Shin-Schule. Er suchte auf seinem spirituellen Weg viele Lehrer auf und unterzog sich verschiedenen buddhistischen Übungen. Eine strenge buddhistische Übung, die er mehrmals praktizierte, war Mishirabe. Bei Mishirabe zieht man sich zurück, man isst nicht, trinkt nicht, schläft nicht, und stellt sich nur die Frage nach dem Sinn des Lebens: Wohin gehe ich nach dem Tod? Ishin Yoshimoto fand nach mehrmaliger Übung die Antwort, in buddhistischen Worten: Er fand Satori, Erleuchtung. Es entstand in ihm das tiefe Bedürfnis, eine Praxismethode zu finden, die für alle Menschen machbar ist und bei der man tiefe spirituelle Erfahrungen machen kann, ohne wie bei Mishirabe den Körper strengen Entbehrungen zu unterziehen. Außerdem wollte er eine Methode entwickeln, die an keine Religion gebunden ist.

Der wirtschaftliche Hintergrund

Bei der Entwicklung der Naikan-Methode griff er auf seine Erfahrungen als Geschäftsmann zurück. Im Betrieb führt man Buch über Einnahmen und Ausgaben, man kontrolliert, ob die Bilanz ausgeglichen ist. Dieses Prinzip legte er auf soziale Beziehungen um: Was habe ich von einem Menschen bekommen, was hat er für mich getan? Was habe ich ihm gegeben, für ihn getan? Wie Herr Yoshimoto die dritte Naikan-Frage entwickelt hat, ist nicht historisch belegt. Vielleicht hat auch sie ihren Ursprung im geschäftlichen Denken, denn man überprüft im Unternehmen ebenfalls, welche Schwachstellen und Störfaktoren es gibt. Daraus könnte man die Frage ableiten: Welche Schwierigkeiten habe ich einem Menschen verursacht? Eine andere Version lautet, dass die Entwicklung der dritten Naikan-Frage ebenfalls auf die buddhistische Geisteshaltung zurück geht. Im Shin-Buddhismus heißt es, dass man sich der Hölle in der eigenen Seele stellen muss, und je stärker sich das Ego dafür schämt, desto eher tritt es zur Seite und lässt die „andere Kraft“ zu. Die dritte Naikan-Frage kann man auch als direkten Blick auf die eigenen Schattenseiten sehen: Welche Schwierigkeiten habe ich demjenigen bereitet, gegenüber dem ich mich prüfe? Mehr Information über die Entstehung von Naikan: http://www.ramakrishna.de/japan/naikan.php

Verbreitung von Naikan

Ishin Yoshimoto leitete Naikan zuerst mit seinen Angestellten. Naikan verbreitete sich ab 1955 in japanischen Gefängnissen. Ishin Yoshimoto leitete sein Naikan-Zentrum gemeinsam mit seiner Frau Kinuko Yoshimoto. Anfang der 1970er Jahre entstanden in Japan weitere Naikan-Zentren, in den späten 1970er Jahren kam Naikan nach Europa. Vor allem Prof. Akira Ishii ist es zu verdanken, dass Naikan in vielen Ländern der Welt bekannt wird.

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